Artikel: Wie ich zufällig in die Make-up Welt gestolpert bin
Wie ich zufällig in die Make-up Welt gestolpert bin
Ich saß Mitte 2011 beim Notar und dachte mir: Was machst du da gerade, Abro? Ernsthaft.
Ich hatte studiert — Information Engineering, Sozialökonomie — und stand kurz davor, eine Make-up Firma zu kaufen. Eine Firma, mit der ich bis dahin rein gar nichts am Hut hatte. Kein Wissen, keine Erfahrung, keine Ahnung. Meine Freunde waren verwundert. Meine Familie auch. Und ich ehrlich gesagt ein bisschen selbst.
Wie es dazu kam
Backstage Make-up stand zum Verkauf. Die Firma war angeschlagen, die Glut kaum noch sichtbar. Ich kannte den Geschäftsführer seit meiner Kindheit — Wolfgang. Er hat mir die Hand gereicht, mich in eine Welt eingeführt, die ich nicht kannte. Beauty Messen, Produktwissen, Kundinnen — Wolfgang hat mir alles gezeigt. Heute ist er mein DCEO und das Herzstück von Backstage, gemeinsam mit mir.
Aus dieser lodernden Glut haben wir ein Feuer entfacht.
Verstanden habe ich das alles aber erst nach etwa zwei Jahren. Der Moment kam auf einer Messe — als ich aufgehört hatte, mich hinter der Kasse zu verstecken, und anfing, wirklich mit den Kundinnen zu reden. Direkt, offen, auf Augenhöhe. Da hat es Klick gemacht.
Warum ich das mache
Die 90er. QVC lief im Hintergrund. Produkte, die dich in zwei Wochen verjüngen. Cremes, die Falten "entfernen". Versprechen, die sich wie Lügen anfühlten — weil sie es waren.
So wollte ich nie sein.
Ich verkaufe keine Chemie-Keulen. Keine Lifestyle-Produkte, die heute trendy sind und morgen vergessen. Kein aufgeblasenes Marketing-Versprechen. Bei uns gibt es seit Jahren ein konstantes Sortiment — ehrlich, fair, langlebig. Natürlich kommt mal eine Farbe hinzu und eine andere muss weichen, das sind Trends. Aber wir springen nicht auf jeden Zug auf. Wir erfinden das Rad nicht neu. Wir machen es einfach richtig.
Über 90 % unserer Produkte werden in Italien hergestellt — genauer gesagt in Mailand, in einem Familienbetrieb, wo Bruder und Schwester gemeinsam die Zügel in der Hand halten. Und wer, wenn nicht die Italiener, versteht Farben? Wer, wenn nicht sie, versteht Make-up? Der Rest entsteht in Deutschland und Polen — und ein kleiner Teil in Taiwan. Auch das war eine bewusste Entscheidung: Taiwan ist, was Arbeitsbedingungen angeht, so nah an Europa wie kaum ein anderes Land außerhalb. Aber das Ziel ist klar — über kurz oder lang wird alles in Italien produziert.
Darauf bin ich stolz.
Die Pinsel-Geschichte
Wir waren die erste Marke in Deutschland mit einer komplett veganen Pinselserie. Handgefertigt in Deutschland. Bis heute.
Tierwohl ist mir wichtig — nicht als Marketing-Aussage, sondern weil ich danach lebe. Bei tierischen Produkten ist für mich Freilandhaltung das Mindestmaß. Wenn ich essen gehe und das Restaurant das nicht gewährleisten kann, esse ich vegan. Kein Drama, einfach konsequent.
Diese Haltung steckt auch in unseren Pinseln.
Und weißt du was? Manchmal kommen Kundinnen in unseren Store in Hamburg Eimsbüttel und zeigen uns ihre Pinsel. Alte Backstage-Pinsel. Modelle, die es seit über zehn Jahren nicht mehr gibt — und sie sehen noch immer gut aus. Zehn Jahre. Ein Drogerie-Pinsel hält vielleicht ein paar Wochen.
Ja, unsere Pinsel kosten mehr. Hochgerechnet auf zehn Jahre zahlt man bei der Konkurrenz ein Vielfaches. Aber das ist eine Rechnung, die viele erst dann verstehen, wenn sie es selbst erlebt haben.
Wer wir sind
Wir sind ein kleines Team im Herzen von Hamburg Eimsbüttel. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind gekommen und gegangen — manche haben uns jahrelang ihre Treue erwiesen, andere waren das, was ich liebevoll "Alltagsfliegen" nenne. Aber eines war immer konstant: ein offenes, freundliches Team, das fast jeden Mittag gemeinsam am Esstisch sitzt, gemeinsam kocht und gemeinsam isst.
Bei uns erreicht man jemanden am Telefon. Ohne KI dazwischen. Du kannst uns im Store besuchen, anfassen, erleben.
Das ist Backstage.
Ich bin Abro — und ich freue mich, dass du hier bist.
Ab jetzt wirst du hier jede Woche von mir hören. Trends, Produkte, Hintergründe — ungefiltert und direkt. Kein Newsletter-Sprech, keine Hochglanz-PR. Einfach ich, Abro, und das was mich gerade beschäftigt.
Was beschäftigt dich? Was willst du wissen? Schreib mir direkt an abraham@bsmu.de — ich nehme es ernst. Versprochen.

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